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Rolle rückwärts bei der Energiewende?

War es der Impulsgast, Dr. Andreas Reichel, CEO der STEAG Iqony GmbH, oder das Essen, das Sternekoch Jürgen Kettner von „Kettner’s Kamota“ servierte – so nachgefragt wie im Funke Medienhaus, dieses Mal Gastgeber der 35. STADTGESPRÄCHE, waren sie noch nie. Für gelöste und entspannte Momente sorgte zum Auftakt Sänger Bastian Korn, dessen wunderschöne Interpretation der Lieder „Ohne Plan ans Ziel“ und „Imagine“ allerdings nicht als Anleitung zur Umsetzung des hochbrisanten Themas rund um die Energieversorgung gedacht waren.

Einmal mehr zeigte sich, wie persönlich die STADTGESPRÄCHE geworden sind und wie sehr sich die Gäste inzwischen freuen, einander wiederzusehen: So erinnerte Ralf Kubbernuß, Chefredakteur der Neuen Ruhr/Neuen Rhein-Zeitung, im Namen der Funke Mediengruppe in seinem Grußwort daran, dass er einst vor vielen Jahren vom damaligen Chefredakteur Dr. Richard Kiessler, Gastgeber der STADTGESPRÄCHRE.ruhr, als Volontär eingestellt worden war und heute dessen Nach-Nach-Nachfolger im Amt ist. Was für eine steile Karriere! Kiessler, der in seiner Einführung in den Abend kurz das Unternehmen Steag Iqony – heute der größte Fernwärme-Versorger Deutschlands – vorstellte, warnte davor, wenn die Strompreise nicht sinken, der Ausbau der erneuerbaren Energie nicht pragmatisch weiter verfolgt würden, verliere unser Land weiter im internationalen Wettbewerb. In der Talkrunde, die Moderator Jürgen Zurheide gewohnt sachkundig und souverän anschließend mit Reichel, führte, wurde klar, dass wir uns in Deutschland in einer dramatischen Lage befinden: Reichel, einst Beisitzer im FDP-Bundesvorstand und für die Partei zehn Jahre MdL im NRW-Landtag, betonte, dass die Energiewende „keine Erfindung von grünen Spinnern“ sei, sondern ein internationaler Trend. „Wir haben die Chance, technologisch Vorreiter zu sein“, so der Talkgast. Die schwarz-rote Regierung habe einen beachtlichen Neustart hingelegt und die richtigen Schwerpunkte gesetzt. Aber es brauche Akzeptanz, um von der Förder- und Subventionsmentalität runter zu kommen.
Viele Denkanstöße, viel Gesprächsstoff – beim anschließenden 5-Gänge-Menü von Kettner, der die steirische Küche mit der japanischen „vermählt“, sowie einem hervorragenden Wein von der Mayschoss-Ahrweinkellerei oder einem Bier der beliebten Brauerei Stauder – gab es bis spät in die Nacht noch viel zu diskutieren.